Infografik: Interne Verlinkung optimieren

Interne Verlinkung optimieren – Wie man mit der internen Verlinkung mehr Rankings für eine Landingpage erzielt

Das geht auch noch weiter! Denn interessant ist auch, wie man durch die „Keyword-Diversity“ (Unterschiedlichkeit der Suchbegriffe) eine Seite inhaltlich zu mehreren Suchbegriffen für den Besucher, als auch für den Googlebot interessant machen kann.

Worum geht’s hier?

Im Grunde ist das gar nicht so wahnsinnig kompliziert. Es geht darum, anhand zweier unterschiedlicher Techniken zunächst die Grundvoraussetzungen für die Keyword-Diversity zu gewährleisten und diese anschließend konsequent durch die interne Verlinkung zu unterstützen. Ich zäume den Gaul allerdings aus gutem Grund von hinten auf.

Durch interne Verlinkung die Rankings fördern

Die interne Verlinkung gewinnt nach und nach immer mehr an Bedeutung. Besonders dann, wenn man sich die Entwicklungen durch den Pinguin-Algorithmus bei Google anschaut. Die Linkbuilder sind mehr und mehr dazu gezwungen, die einfache Verlinkung von Moneykeywords, hin zu ganzheitlichen Verlinkungskonzepten auf Basis der Markenwahrnehmung zu verändern.

Das beinhaltet aber gleichzeitig auch die logische Konsequenz, dass die internen Links für die Zuweisung der Terminologie einer Seite genutzt werden müssen.

Angenommen wir haben eine Seite, die zu dem Suchbegriff „Golfschläger“ ranken soll. Dann könnten wir doch mal nachschauen, ob es noch weitere Kombinationen gibt, die einigermaßen häufig in Google eingegeben werden und zu unserem Angebot passen. Dazu verwende ich in diesem Beispiel den „Keyword-Planer“ von Google, denn der ist kostenlos zugänglich und liefert gleich auch die Eingabehäufigkeit (… ja, auch andere Wege führen auch nach Rom, aber die zeige ich bei anderer Gelegenheit).

Nun legen wir los … ein kleiner Hinweis noch: In diesem Beispiel bauen wir eine Kategorieseite in einem Onlineshop zu einer Landingpage aus.

Ein kleines Keywordset für meine Landingpage zusammenstellen

  • Öffne Dein Google-AdWords-Konto und navigiere über das Menü oben zu „Keyword-Planer“
  • Dann klicke bitte auf den ersten Punkt in der unten angeboteten Auswahlliste:

Für die interne Verlinkung: Keywordset zusammenstellen mit Googles Keyword-Planer

  • Gib Deinen Suchbegriff ein (in unserem Beispiel „Golfschläger“)
  • Gib bitte keine Zielseite ein, denn das ist i. d. R. eine Eingrenzung und wir wollen ja ganz offen alle Suchbegriffe haben. Sortieren werden wir die später ganz nach unseren Vorstellungen
  • Den Rest kannst Du auch einfach so lassen

Haben wir das erledigt, kommt da in etwa so etwas heraus:

Trendangabe zum eingegebenen Suchbegriff

Suchtrends anschauen im Keyword-Planer

Unsortierte Liste mit Keyword-Ideen

Unsortierte Liste mit Keyword-Ideen

Wie du siehst, da ist jede Menge dabei, was wir gerade nicht gebrauchen können. Also nehmen wir nur die Suchbegriffe, die inhaltlich sinnvoll sind und ein Suchvolumen größer X haben (X kannst Du selber definieren):

Ausgewählte Suchbegriffe und Varianten für die interne Verlinkung

Diese Begriffe sind nun geblieben:

  • Golfschläger gebraucht
  • Golfschläger kaufen
  • Golf Schläger
  • Gebrauchte Golfschläger
  • Golfschläger Set

Um dieses „kurze“ Vorgehen nun nicht noch weiter aufzublähen, belassen wir es nun dabei und gehen nicht mehr darauf ein, dass manche Begriffe vielleicht eine eigene Landingpage benötigen. Wir beschränken uns trotzdem mal auf diese Begriffe, da diese inhaltlich sinnvolle Ergänzungen sind:

  • Golfschläger kaufen
  • Golf Schläger

… und füllen diese noch mit den folgenden Begriffen auf (die kommen weiter unten in der Liste im Keyword-Planer):

  • Golfschläger bestellen
  • Schläger zum Golfen
  • Schläger für Golfspielen (etwas holprig)

Unser Keyword-Set für die Landingpage „Golfschläger“ lautet also:

  • Golfschläger (Hauptsuchbegriff) ( 6.600 Suchanfragen)
  • Golfschläger kaufen (Variante 1) (590 Suchanfragen)
  • Golf Schläger (Variante 2) (260 Suchanfragen)
  • Golfschläger bestellen (Variante 3) (160 Suchanfragen)
  • Schläger zum Golfen (Variante 4) (20 Suchanfragen)

Somit haben wir nun ein kleines Keywordset für die Landingpage festgelegt, von dem wir wissen, dass die Begriffe gesucht werden. Zudem haben wir die Begriffe nach Suchhäufigkeit gestaffelt.

Die Faustformel

Um anhand der internen Verlinkung nicht unnötige Verwirrung zu stiften (wir wollen Google ja immer fein zeigen, worauf wir gesteigerten Wert legen), gibt es eine einfache Faustformel, an die sich jeder Webseiten-Betreiber halten darf:

  • 50% aller Links mit dem Hauptsuchbegriff (oder Phrasen damit)
  • Der Rest wird zu gleichen Teilen auf die Varianten aufgeteilt

Faustformel für die Verteilungsrate der Linktexte

Also:

  1. Es werden beispielweise 25 interne Links gesetzt
    1. Dann sind 12-13 davon unser Hauptsuchbegriff
    2. Und jeweils 5 die Varianten 1 bis 4

Wer hier voll aufdrehen will, kann auch die Suchanfrage-Mengen nach relativen Werten gruppieren und so die Verteilungsrate der internen Linktexte festlegen:

Aufteilung der Verwendungshäufigkeit der Linktexte nach relativen Werten basierend auf den Suchanfragedaten

Das hilft uns aber nur dann weiter, wenn wir im Big-Data Bereich agieren, denn es geht schließlich darum zu klären, wie oft soll ich welchen Linktext verwenden. Setze ich zunächst also nur insgesamt 20 Links, erhält Variante 4 noch 0,004 Links … mmh … 😉

Grundregeln für die interne Verlinkung in einem Onlineshop

Nun wissen wir, welche Suchbegriffe unserer Landingpage gut tun und Traffic über Google bringen und wir wissen, welche Linktexte, wir wie oft verwenden sollen.

Nun noch ein kleiner Tipp zur Linkplatzierung:

  1. Links, die Ihr innerhalb einer Kategorie setzt, also beispielsweise in einer Ebene darunter oder in einem Produkt, dass per URL Pfad in dieser Kategorie gelistet ist, haben eine höhere Bedeutung, als jene, die aus ganz anderen Kategorien oder Produkten kommen.
  2. Wenn Ihr einen Blog im oder neben dem Shop betreibt funktionieren interne Links am besten, wenn das Post auch genau das Thema behandelt, um das es auf der Landingpage geht.
  3. Interne Links, die in einem Fließtext gesetzt werden haben inhaltlich dann die größte Bedeutung, wenn die Informationsdichte des Textes bereits sehr hoch ist. Also oftmals zum Ende des ersten Drittels des Gesamttextes, da der Leser hier schon voll im Thema ist.

Welche Tricks gibt es, um zunächst die Keyword-Diversity zu pushen?

Jetzt geht’s an die technische Optimierung:

  1. Unterseiten per Canonical-Tag auf die Hauptseite lenken
  2. Responsive-Content

Canonical Tag

Das kennst Du aus Onlineshops: Die „Pagination“ – ein Wort, dass es eigentlich gar nicht gibt. Gemeint ist die Seitennavigation innerhalb einer Kategorie, so wie diese hier:

Interne Verlinkung mit der Shop-Pagination optimieren

Wenn man nun z. B. die ersten 5 Seiten inhaltlich individualisiert, erschafft man entweder 5 einzelne Landingpages oder eine Möglichkeit eine einzige Landingpage so anzureichern, dass diese für verschiedene Suchbegriffe Rankings erzielt. Das erreicht man indem man die Unterseiten der Navigation per „Canonical-Tag“ auf die Hauptseite (Seite 1 der Kategorie – eine „View-All-Products“ Site) verweist. Also bei allen Kategorieseiten steht im Grunde einfach das gleiche Canonical-Tag im <head>.

Code-Beispiel:

<link rel=“canonical“ href=“http://www.shopdomain.de/golfschlaeger.html?view=all“ />

Diese Individualisierungen haben wir vorgenommen:

  • Eigenen Title-Tag
  • Eigene Meta-Description
  • Eigene Überschrift
  • Eigenen Inhalt (inkl. Zwischenüberschriften)

Weil wir aber nun alle diese Seiten per Canonical-Tag auf die Hauptseite der Kategorie lenken, entsteht für Google der wunderbare Blick auf eine Seite, die verschiedene Inhalte zeigt und der Besucher ist schlicht glücklich, weil wir Ihn mit diesen Zusatzinhalten nicht überfrachten. Doppelt gute Rankingsignale.

Das kann man aber noch auf die Spitze treiben:

Responsive Content

Responsive Design kennt jeder. Ein Display wird kleiner (Desktop, iPad, iPhone, iWatch – um mal bei Apple zu bleiben) und das Design der Seite passt sich im Optimal-Fall an.

Das geht aber auch mit dem Inhalt selbst und hat einen riesigen Nebeneffekt.

Per Media-Query (das sind nur ein paar wenige Zeilen Code) können wir dem jeweils auf die Seite zugreifenden Browser die Auflösung entlocken. Unser Responsive Content wird dann den passenden Inhalt auswählen, den wir zuvor für die jeweilige Bildschirmgröße definiert haben.

Ein Beispiel anhand der Überschrift der Seite bezogen auf unser oben ausgewähltes Keywordset:

  • Desktop: „Die sieben besten Gründe Ihren neuen Golfschläger hier zu kaufen“
  • iPad: „7 Gründe Golfschläger bei uns zu kaufen“
  • iPhone: „7 Gründe für Golf-Schläger“
  • iWatch: „Golfschläger“

(… die letzte Variante habe ich aus Gründen der Ästhetik weggelassen – die ist auch schon auf Seite 5 der „Pagination“ verwendet).

Es wird also immer nur die Überschrift angezeigt, die gerade auf dem Device Platz findet bzw. von uns zugeordnet wurde! Yes!

Im Quellcode allerdings und somit für Google sofort sichtbar, sind alle Überschriften enthalten. Google kann jedoch den Unterschied anhand des Media-Queries ebenfalls erkennen. Somit haben wir nicht 4-mal den H1 Tag vergeben und geraten auch sonst nicht unruhiges Fahrwasser.

Infografik: Interne Verlinkung optimieren

Infografik: Interne Verlinkung optimieren

Kleines Update: Strukturelle Nutzung beider Varianten parallel

Damit nichts schief geht, hier ein beispielhafter und vereinfachter Überblick zur strukturellen Umsetzung anhand der Überschrift.

interne Verlinkung optimieren - Praxis zur Struktur beider Varianten in paralleler Nutzung

Kategorieoptimierung in Magento

Diese Funktion – zunächst die Individualisierung mittels Pagination – habe ich als Modul für Magento konzipiert. Wir haben einen Prototypen davon bei einem unserer Kunden aus der SEO Beratung im Einsatz:

http://www.mygolfoutlet.de/golfschlaeger.html

Die einzelnen Seiten der Pagination sind bis Seite 5 individualisiert. Im Content-Bereich haben wir die jeweiligen Unterseiten zusätzlich mit den entsprechenden Varianten verlinkt. Auf den jeweiligen Unterseiten dann auch wieder nach vorne verlinkt und dabei immer verschiedene Varianten verwendet.

Das sind die Ergebnisse dieser Optimierung

Das Modul wird gerade fertig gestellt, denn es wird noch ein paar Erweiterungen geben. Dabei werden beispielsweise diese Fragen geklärt:

  • Was passiert ab Seite 6? Brauche ich eine Noindex-Nofollow-Funktion für bestimmte Seiten?
  • Wo ist der Responsive Content?
  • Gibt es eine automatische Kontrollfunktion?
  • Wenn ich die Unterseiten zu einzelnen Landingpages machen möchte, wie bekomme ich die Suchbegriffe in die URL?
  • Warum ist kein Linkattribut „title=“ auf der Pagination-Navigation?

Sei dabei, wenn Du magst

Willst Du mehr zu dem Modul erfahren? Trag Dich einfach in den Verteiler ein und wir geben Dir Bescheid, sobald es am Start ist:

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Ich beschäftige mich seit Ende der 90'er Jahre mit Suchmaschinenfunktionen. Zunächst war das eher einfach (Anmeldung bei Altavista & Fireball plus richtiger Titel = Ranking). Nachdem ich als SEO-Berater unter Anderem bei einer Microsoft Tochter-Gesellschaft arbeitete, machte ich mich 2004 selbstständig. Seit 2014 arbeite ich als (Head of Search) bei der Blurithmics Unternehmergesellschaft.

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  1. […] Daneben bewirkt eine interne Verlinkung eine gute Vernetzung der einzelnen Unterseiten, sodass auch wenn eine Unterseite in den SERPs gefunden wird, eine gut sichtbare Verbindung zur Hauptseite der Domain besteht – vorausgesetzt sie sind untereinander verlinkt. Und gut rankende und vernetzte Unterseiten vererben natürlich Linkjuice…Aber wir wollen nicht alles verraten: Wie sich dadurch das Ranking der Landingpage verbessert und alle weiteren Details verrät Szepanski in seinem Blogpost: “Interne Verlinkung optimieren – Wie man mit der internen Verlinkung mehr Rankings für eine Landin…“ […]

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