Fallstudie Linktext: Wirkung von harten Linktexten bei der internen Verlinkung

Während der Arbeit für unsere Kunden erheben wir regelmäßig Daten, um zu evaluieren, ob die Strategien, die wir zu Beginn aufgesetzt haben, noch immer tragend sind. Bei diesen Analysen stellen wir auch Daten auf, die uns helfen, bestimmte Umstände neu zu bewerten. Ein solches Beispiel möchten wir Euch heute gern vorstellen.

Die Fallstudie ist in einem kleinen Rahmen ohne Anspruch an „Big Data Values“ erhoben worden. Sie beleuchtet ein sehr spezifisches Benchmark aus dem touristischen Bereich.

Die Bedeutung externer Links (Backlinks) und deren Linktexten ist hinlänglich bekannt. Lange Zeit wurden zahlreiche Backlinks mit Money-Keywords als Linktext aufgebaut, wobei andere Linktexte stark in den Hintergrund rückten. Solche unnatürlichen Linkprofile wurden (und werden) von Google abgestraft. Rankingverluste sind die Folge und sind nicht wenigen Teilnehmern der Branche durchaus schmerzlich bekannt.

Bei der internen Verlinkung besteht diese Gefahr nicht – zumindest ist nichts dergleichen bekannt. Der große Vorteil der internen Verlinkung ist, dass die Ankertexte, die Anzahl der Links und deren Positionierung vollkommen frei sind. Intern können Money-Keywords als Ankertext so oft wie möglich verwendet werden, ohne dass man eine Abstrafung fürchten muss. Google empfiehlt sogar aussagekräftig zu verlinken.

Google hierzu:

„Je besser der Ankertext ist, desto einfacher fällt den Nutzern die Navigation und desto besser versteht Google, wovon die Seite, auf die verlinkt wird, handelt.“

(Einführung in Suchmaschinenoptimierung)

Trotz der Möglichkeiten der internen Links liegt der Fokus bei vielen SEOs weiterhin auf den Backlinks. Das allein ist auch nicht falsch, allerdings sollte sich der Fokus in Bezug auf die Linktexte eher zur internen Verlinkung (hier einige Tricks zur internen Verlinkung bei Onlineshops) wenden.

Korrelation zwischen internen Linktexten und Rankings?

Anhand eines stark umkämpften Money-Keywords haben wir die internen Ankertexte der Top 5 URLs in den Google Suchergebnissen untersucht und verglichen. Konkret haben wir dabei zwischen Money-, Compound-, Brand- und sonstigen Keywords unterschieden (was eine Kategorisierung darstellt, die vielen aus den LinkResearchTools bekannt sein dürfte).

Bei dem Money-Keyword, das wir im November 2015 untersucht haben, handelt es sich um „Ferienwohnung Rügen“. Zum Zeitpunkt der Case Study sahen die SERPs folgendermaßen aus:

serps-november-2015-ferienwohnung-ruegen

Untersuchte Domains

  1. www.ostsee-strandurlaub.net/region/rugen/
  2. www.traum-ferienwohnungen.de/europa/deutschland/ruegen.htm
  3. www.fewo-direkt.de/urlaub-ferienwohnung-ferienhaus/deutschland/ruegen/r301
  4. www.ruegen-travel.de/
  5. www.ruegen.de/

ostsee-strandurlaub.net

Zu 1.:

Die Domain ostsee-strandurlaub.net, die mit ihrer Unterseite für das untersuchte Keyword auf Position 1 rankt, wird intern zu ca. 46 % mit besagtem Money-Keyword verlinkt. Auch für das zweitstärkste Money-Keyword in der Branche rankt die URL auf der Pole Position in den SERPs. Dieses Keyword wird zu knapp 8 % auf die URL verlinkt. Auffällig ist die harte Verlinkung mit eindeutigen Money-Keywords auf die URL. Nur zwei unterschiedliche Compound-Keywords werden verwendet. Es gibt keine Streuung durch sonstige Keywords.

Die interne Verlinkung sieht sehr bewusst gestaltet aus. Wenn das ein externes Linkprofil wäre, gäbe es zukünftig wahrscheinlich Probleme aus Mountainview, aber da dies interne Ankertexte sind, besteht kein Risiko.

interne-linktexte_1_ostsee-strandurlaub.net

traum-ferienwohnung.de

Zu 2.:

Das untersuchte Money-Keyword kommt in der internen Verlinkung bei der zweitplatzierten URL von traum-ferienwohnungen.de nicht als Ankertext vor, es gibt jedoch Compound-Keywords, die in die Richtung gehen (gleicher oder ähnlicher Themenbereich). Das mit 80 % am häufigsten verlinkte Keyword ist an sich nicht kommerzieller Natur, daher ist es schon als sehr gut anzusehen, dass eine kommerzielle, nicht informative Domain dafür gut rankt. Die Compound-Keywords ranken sehr gut. Die sonstigen Linktexte dienen der Navigation, Sortierung und Filterung. Die Verteilung könnte besser sein, aber bei diesen Rankings (Position 2 unseres untersuchten Money-Keywords) kann man nicht meckern.

fewo-direkt.de

Zu 3.:

Auch fewo-direkt.de rankt wie die Vorgänger mit einer Unterseite für das untersuchte Keyword. Alle Compound-Keywords gehen in die Richtung des Money-Keywords. Google erkennt die Relevanz dafür offensichtlich auch, wenn intern keine harten Keywords verwendet werden. Die restlichen Ankertexte dienen der Filterung und Navigation.

interne-linktexte_3_fewo-direkt.de

ruegen-travel.de

Zu 4.:

Diese Domain ruegen-travel.de rankt mit der Startseite für das analysierte Money-Keyword. Etwas über 50 % linkt mit dem ALT-Text „Startseite“ auf die Startseite, während nur ein geringer Anteil den Brand als Ankertext verwendet. Die Compound-Keywords sind ausreichend eindeutig, dass die Domain bei Google für das untersuchte Money-Keyword trotzdem auf Position 4 rankt. Mal abgesehen von „Startseite“ gibt es keinen Streuverlust durch sonstige Keywords.

ruegen.de

Zu 5.:

Die letzte Domain unter den Top 5 für das Money-Keyword rankt mit der Startseite. Am häufigsten wird das Logo von ruegen.de verlinkt, jedoch ohne den ALT-Tag zu nutzen. Die anderen Links sind entweder interne Brand-Links oder sonstige Links, die der Navigation dienen. Die Domain ist zum Großteil informativ, die kommerzielle Absicht kommt erst an zweiter Stelle. Höchstwahrscheinlich genießt sie viel Trust, sodass sie seit Jahren in den Top Positionen mitspielt.

interne-linktexte_5_ruegen.de

Fazit

Ist es ein Zufall, dass die top rankende URL fast ausschließlich intern mit Money-Keywords auf die URL verlinkt? Andere Faktoren, die das Ranking beeinflussen wurden hier außen vor gelassen, man kann also nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Ankertexten und den Positionen in den SERPs gibt. Dafür müssten wir den gleichen Test mit einem sehr viel größeren Datenbestand durchführen (eventuell stehen ja Marcus Tober oder Sören Bendig dafür zur Verfügung?).

Die anderen URLs unter den Top 5 zeigen, dass nicht mit Money-Keywords verlinkt werden muss, damit Google die Relevanz erkennt. Mal abgesehen von den Links für Navigation etc. sind die internen Linktexte relativ aussagekräftig, wie Google es sich wünscht. Die beste Handlungsempfehlung, die man hieraus ableiten kann, lautet: Halten Sie sich an die Richtlinien von Google und verwenden verständliche Ankertexte. Es kann nicht schaden und ist gut für die Nutzer und den Googlebot.

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Janine Suer

Janine arbeitet seit 2009 als SEO Manager und hat durch viele Projekte Nachhaltigkeit und Kontinuität bewiesen.